Welttag des Buches – Feiert Eure Buchhändlerinnen

Heute ist UNESCO – Welttag des Buches.

Der Feiertag für alle, die Bücher lieben.

Und Anlass für mich, ein kleines Loblied auf die regionalen Buchhändlerinnen und Buchhändler zu singen.

Ich liebe Bücher. Immer schon. In Leck, dem Ort in Nordfriesland, in dem ich aufgewachsen bin, gab es früher eine Bücherei (ja, da hieß das noch so), in der ich beinahe täglich zu Gast war. Ich fing in der Kinderbuchabteilung an und las mich langsam durch die Regale, bis ich schließlich in den Erwachsenenbereich vorstieß. Die für mich damals sehr große, sehr dünne Bibliothekarin, die immer lange schmale Röcke trug und das Haar streng zu einem Dutt geknotet, machte mir als Kind Angst. Als ich Stammgast wurde, und die Dame feststellte, dass ich die Bücherstapel nicht nur auslieh, sondern auch las,und noch dazu sehr pfleglich behandelte,  bekam ich ein Lächeln zur Begrüßung. Außerdem legte sie mir begehrte Neuerscheinungen zurück.

Mein erstes Schulpraktikum machte ich in Niebüll, in der Bücherstube, in der heute mein Schulfreund Dennis Leu hinter dem Tresen steht. Ich fand es wunderbar, das Geschäft früh am Morgen ganz für mich allein zu haben. Die Kundenbestellungen auszupacken, neue Bücher in Regale zu sortieren, den Duft der Druckerschwärze in der Nase und lauter fremde Welten vor Augen, das war wie ein großes Geschenk.

Bei Lesereisen kommt man als Autor weit herum. Man sieht Buchhandlungen, in denen gerade so zwanzig Klappstühle zwischen Regale gestellt werden können, andere haben eigens ein Podest, das als Bühne für den Lesenden dient, in wieder anderen Buchhandlungen lädt man lieber zu Signierstunden mit dem Autor, weil für mehr der Platz nicht ausreicht.

Das große Glück der Autoren ist, dass Buchhändler Bücher lieben. Diese Liebe überträgt sich nämlich auch auf die, die Bücher schreiben. So habe ich das bei vielen Lesungen überall in Deutschland erlebt. Ich wurde umsorgt und „betüddelt“, interessiert befragt und nicht selten zum Abschied so herzlich umarmt wie eine langjährige Freundin.

Ich möchte diesen Tag zum Anlass nehmen Euch alle daran zu erinnern, was für einen Schatz ihr habt, wenn es bei Euch am Ort noch eine inhabergeführte Buchhandlung gibt. Es ist Eure Aufgabe dafür zu sorgen, dass das so bleibt. „Support your local dealer“ – also „Unterstütze deinen Händler am Ort“ ist kein leerer Spruch, er funktioniert. Fragt bei Eurer Buchhändlerin, ganz sicher ist es auch dort möglich via Internet zu bestellen und das Buch am nächsten Tag abzuholen. Manche Händler haben auch einen Lieferservice, der denen der großen Onlinehändler in Nichts nachsteht. Und wenn ihr erst Stammgast seid, dann müsst ihr sowieso nichts mehr vorbestellen, Eure Buchhändlerin weiß dann schon, was ihr lesen wollt und hat es bereits unter dem Tresen liegen.

Ich freue mich, wenn wir uns demnächst in einer dieser wunderbaren Buchhandlungen sehen.